Wie „Kindesmissbrauch“ auf Facebook missbraucht wird.

 

In vielen seriösen Facebook-Gruppen und auf Facebook-Seiten, die sich mit „Prävention“ und „Aufklärung“ beim Thema „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ beschäftigen, wird hervoragende Arbeit geleistet.

Doch leider gibt es auch die andere negative Seite. Viele Seiten und Gruppen bieten keine Hilfe für Betroffene an, es gibt weder Informationsmaterial, noch irgend etwas anderes.

Bestes Beispiel ist da die Facebook-Seite der NPDDeutschland gegen Kindesmissbrauch“ [1]. Die Seite ist voll mit rechtsextremer Propaganda. Es wird gegen Ausländer, Flüchtlinge, Schwule usw. gehetzt. Diese Seite missbraucht also mit ihrer Hetze und Propaganda den Missbrauch und die Betroffenen. Man kann also sagen, das Betroffene von sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen, ein zweites mal missbraucht werden.
Es ist aber nicht nur die NPD die auf Facebook den Missbrauch missbraucht, es sind auch Neonazis und Rassisten die verschiedene Facebook-Seiten betreiben. Auch hier gibt es überhaupt keine Aufklärung und Prävention. Wie z.B. die Facebook-SeiteStoppt Kindesmissbrauch Org„[2]. Der angeblich verstorbene Betreiber und seine spurloß verschwundene Freundin, waren Anhänger der verbotenen rechtsextremen Vereinigung „Blood & Honour“ und des rechtsextremen Gefangenennetzwerk „Sturm18 e.v.“. Übrigens hat diese Seite eine zugehörige Gruppe, wo weiter gehetzt wird. Oder ganz aktuell der Betreiber der [3] Facebook-SeiteZerbrochene Kinderseele“  Benjamin Schlitter, gegen den jetzt die Staatsanwaltschaft und der Staatsschutz ermittelt.
Auf diesen Seiten und Gruppen werden gerne mal mutmaßliche Täter virtuell kastriert, in Arbeitslager zum verrecken geschickt, es werden auch Folter und Verstümmelung befürwortet, kurz jedes barbarische Szenario ist dort den wutschäumenden, kranken Hirnen recht, um ihre Ohnmacht loszuwerden. Nun, es ist erschreckend welcher faschistische, barbarische, menschenverachtende und völlig frei jedes rechtsstaatlichen Gedankens in diesen Gruppen und Seiten weht.
Dann gibt es da noch die Seiten, Gruppen und Accounts, die sich „Todesstrafe für Kinderschänder“ nennen. Noch so eine Art und Weise auf Facebook, Folter und Mord zu befürworten. Dabei ist die Forderung nach der Todesstrafe schwachsinn.
Erstens ist die Todesstrafe abgeschafft, noch läßt sie sich wieder einführen. Das ist nun mal Fakt. Was leider wieder einmal belegt, dass die Mehrheit der Menschen selbst in vermeintlich rechtsstaatlichen Demokratien weder reif für ein gelebtes humanistisch-ethisches Weltbild ist, noch die primitivsten Rache- und Auge-um-Auge Reflexe aus archaischen Zeiten unserer vermeintlichen Menschwerdung auch nach Millionen Jahren nicht abgelegt hat.

Wie der Mob sich im Internet verhält, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Selbst gegen die Betroffenen wird gehetzt. Sie werden beschimpft und beleidigt, ihnen wird sogar die Vergewaltigung und die Misshandlung aberkannt. Die Betroffenen wehren sich gegen die Hetze, sie sind gegen den Begriff “Kinderschänder” und sie sind Gegner der Todesstrafe und dann müssen sie sich so etwas anhören und durchlesen.
Warum der Begriff „Kinderschänder“ unpassend ist. Wenn ein Mensch missbraucht oder misshandelt wird, lebt diese Person nicht in Schande, denn dass würde dieser Begriff “Kinderschänder” suggerieren.
Richtiger hieße es also Kindesmisshandler, Kindesvergewaltiger oder Sexualstraftäter.

Zum allgemeinen Verständnis, wer auf Facebook zur Lynchjustiz aufruft macht sich strafbar.
§ 111 Öffentliche Aufforderung zu Straftaten.
1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften
(§ 11 Abs. 3) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter
(§ 26) bestraft. (2) Bleibt die Aufforderung ohne Erfolg, so ist die Strafe
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die Strafe darf nicht
schwerer sein als die, die für den Fall angedroht ist, daß die Aufforderung
Erfolg hat (Absatz 1); § 49 Abs. 1 Nr. 2 ist anzuwenden.
Und die lautesten Schreihälse halten sich noch für moralisch überlegen, wenn sie sich in ihrem Hass selbst zu Verbrechern machen, kaum besser als die, die sie am liebsten vierteilen, verbrennen und eigenhändig ermorden würden.

[1] https://igstoppmissbrauch.wordpress.com/category/deutschland-gegen-kindesmissbrauch-npd-nazis/
[2] https://igstoppmissbrauch.wordpress.com/category/bloodhonour-division-deutschland/stoppt-kindesmissbrauch-org/
[3] https://igstoppmissbrauch.wordpress.com/2015/09/07/benjamin-schlitters-hassbuch/?preview=true

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2 Gedanken zu “Wie „Kindesmissbrauch“ auf Facebook missbraucht wird.

  1. Ich glaube man muß im vorhinein mehr unternehmen, nicht wenn das kind schon „in den Brunnen gefallen“ ist, härtere Strafen im Anschluß nützen den Opfern wenig. >Ganz vermeiden wird sich das sowieso nicht, aber eines der besten Mittel ist: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung.,

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