Härtere Strafen für Sexualstraftäter? Wie hart hätten wir es denn gerne?

Wir lesen es jeden Tag, jede Stunde und jede Minute. „Wir fordern“ „härtere Strafen“ für Sexualstraftäter.

Das ist ja auch schön und gut. Um eines klar zustellen, dass fordern wir auch.

Die Frage ist nur, was verstehen wir unter „härtere Strafen“?

Soll der Straftäter 20 Jahre, 30 Jahre oder vielleicht 50 Jahre ins Gefängnis? Oder sogar bis an sein Lebensende?
Oder meinen wir mit „härteren Strafen“, dass wir den Straftäter mit drakonischen oder mittelalterlichen Foltermethoden bestrafen sollen?

Doch was bringen längere Gefängnisaufenthalte? Was bringen Foltermethoden am Straftäter? Ist es damit getan, einen Täter einzusperren und dann so tun als wäre nichts passiert?
Lehnen wir uns dann wieder in unseren Sessel, nachdem wir den Gefängnis-Schlüssel weg geschmissen haben?
Okay, der Straftäter sitzt jetzt vielleicht 20 oder 30 Jahre ein und wir haben damit den Missbrauch und die Misshandlung für immer besiegt!?

Sicher?

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3 Gedanken zu “Härtere Strafen für Sexualstraftäter? Wie hart hätten wir es denn gerne?

  1. Hass verändert nie etwas zum Guten: wenn es mir auch lieber ist, dass die jetzt Sexualstraftäter (Kinderschänder) hassen, als völlig Unbeteiligte wie die Juden früher, Pädophile waren ja doch einmal alle selbst ein sexuell missbrauchtes Kind. Soll man die dann, nach der Logik von denen etwa gleich umbringen? Diese faschistoide + neosozialdarwinistische Haltung ist doch genauso leidbringend wie jede andere, die sich ein Feindbild erschafft und somit über eigene Probleme hinweg schaut.

    1. Hallo Katharina,

      „Pädophile waren ja doch einmal alle selbst ein sexuell missbrauchtes Kind“ ist definitiv falsch! Es handelt sich um eine (nach derzeit wissenschaftlichem Kenntnisstand angeborene) sexuelle Neigung vergleichbar mit Hetero- oder Homosexualität und bedarf keiner Einflüsse von Aussen etc. Schwul oder lesbisch zu sein sucht sich auch niemand aus. In gewisser Weise ist von allen Neigungen eher die Asexualität erfahrens- und erlebnisbasiert, wobei das auch nicht so sein muss.

      Und die von Dir skizzierte Logik scheint wahrhaftig in vielen Köpfen herum zu geistern und ist antiproportional häüfig zur Allgemeinbildung anzutreffen. Das dürfte Deine These sogar bestärken, dass sogar Feindbilder bewusst geschaffen werden, um über eigene Defizite nicht nachdenken zu müssen. Der „Griff zur Hassparole“ ersetzt oder unterstützt nicht selten den „Griff zum Alkohol“.

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